Spezielle Fragen

Rathausfrage

Zwei Bedingungen

Zwei Bedingungen stelle ich an die Sanierung des Rathauses: 1. Sie muss wirtschaftlich vertretbar sein, das heißt vor allem energetisch gelingen. Und für die Wirtschaftlichkeit  ist die Einwerbung von Fördermitteln Voraussetzung, die wir derzeit aktiv betreiben. 2. Das Rathaus muss dann mehr können und bieten als jetzt!

Ein Haus für die Bürgerschaft und die Verwaltung

Ich habe viel Sympathie für die ursprüngliche Idee, unser Rathaus als einen Ort der Begegnung, Kultur, Politik und Verwaltung zu nutzen. Die BürgerInnen blicken von der Straße in ein transparentes Haus und sehen uns für sie arbeiten. Große und kleine Veranstaltungen, Sitzungen und Treffen von BürgerInnen und Gruppen können im Rathaus mit der Stadthalle stattfinden, was durch eine neue bauliche Aufteilung und sektorale Gliederung des Hauses künftig erleichtert wird. Durch Bildungs- und Kulturangebote und Gastronomie wird das Gebäude belebt. Das Foyer wird verändert, so dass sich die BesucherInnen gut orientieren können. Nach einer Sanierung möchte ich dieses Konzept der Offenheit für die Bürgerschaft aktiv umsetzen.

Dann aber gut pflegen

Vor der Umsetzung dieser Option ist aber eine gründliche Prüfung und Bewertung aller Optionen und Risiken nötig, wie diese bereits 2013 vorgelegt wurde. Der Rat entschied sich damals gegen den Umzug in die Arbeitsagentur. Wir warten alle darauf: Endlich wird die Rathausfrage gelöst. Wenn wir im Haus bleiben können, wird es - mit zu öffnenden Fenstern - in Ordnung gebracht und gehalten. Durch konsequente Rückstellungen wird die Nachhaltigkeit gewährleistet. 50 Jahre muss es dann auch halten! Auch wenn unser Rathaus manchem so erscheint, als wäre ein Satellit in unserer Stadt gelandet, so gehört es doch nun zu Ahlen und kann auch mit einer neuen Fassade wieder ein sehr attraktives Gebäude werden. Bis es soweit ist, möchte ich, dass es sauber und gepflegt rund um das Rathaus ist.

 

Was halte ich von der Straßenumbenennung Agnes-Miegel-Straße, Karl-Wagenfeld-Platz, Friedrich-Castelle-Weg, Pfitznerweg?

In Ahlen gibt es eine vorbildliche Kultur der Erinnerung und Mahnung bezüglich der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft und des Holocaust. Genannt seien die Ehrenbürgerschaft von Imo Moszkowicz, der Beitritt der Stadt zum Riga-Komitee, das Buch „Der Weg nach Auschwitz begann auch in Ahlen“ von Hans-Werner Gummersbach, Projekte an Schulen, die landesweite Beachtung finden, die Denkmäler, die an die Grauen der Deportation und Ermordung erinnern. Auch die Verlegung und Pflege der über 80 Stolpersteine und die Verfilmung der Lebensgeschichte von Marga Spiegel führen zu einem bewussten, sensiblen und vorsichtigen Umgang mit diesem düsteren Kapitel unserer Geschichte. Für mich ist es nur konsequent, auch bei den Straßennamen genau hinzuschauen, wen man damit ehren möchte. Verständnis habe ich für die Kritik an dem Verfahren und für die Anwohnerinnen und Anwohner hinsichtlch der Kosten, die auf sie zukommen. Allerdings ist es mir persönlich ein Anliegen, hier auch mit Blick auf die junge Generation, eine Umbenennung vorzunehmen.

Ist es schwierig, Chefin zu werden, wenn man zuvor Kollegin war?

Genau diese Frage wurde mir auch gestellt, als ich vor zwei Jahren von der Sozialplanung in die Fachbereichsleitung wechselte. Ich habe keine schlechten Erfahrungen gemacht. Fakt ist, dass sich das Verhältnis zueinander verändert und der Abstand wächst. Ich habe einen kooperativen Führungsstil, der den KollegInnen genügend Raum lässt zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten und Wünsche. Auch sind mir die Wertschätzung und das freundliche Wort wichtig. Bei Missstimmungen gehe ich direkt auf die KollegInnen zu und räume Störungen rasch aus. Entscheidungen fälle ich transparent und nach Beratung mit den Teams. Auf diesem Wege haben wir uns ein gutes Arbeitsklima geschaffen, in dem wir effektiv und effizient zusammen arbeiten. So will ich es auch als Bürgermeisterin halten.